Bergsehnsüchtig

Draußen unterwegs

Steinernes Meer: Eine herrliche Winterwanderung auf den Biberg

Nur Skitourengeher, ein paar Rodler und noch weniger Wanderer: Der Biberg in unmittelbarer Nachbarschaft von Saalfelden am Steinernen Meer liegt etwas verlassen und vor allem im Winter im Schatten der benachbarten Ski-Gebiete Saalbach-Hinterglemm-Leogang-Fieberbrunn. Aber genau das macht interessant. Denn hier ist man fast für sich allein. Ganz ohne Schnick-Schnack, Aprés Ski und Bergbahnen.

Wir starten auf dem Parkplatz der Winterrodelbahn Biberg – das ist übrigens die einzige Einrichtung im Winter, die ein kleines bisschen in Richtung zusätzliche Bespasung geht. Schon hier wird deutlich, dass es hier ruhiger zugeht. Und ebenso zeigt sich das Steinerne Meer schon imposant. Danach geht es weiter auf einer Asphaltstraße, die als Zufahrt zu einem aktiven Steinbruch dient. Die einzige Stelle, die nicht unbedingt zum Rest der Tour passt. Diesen Bereich lassen wir aber schnell hinter uns und kommen bergan an einzelnen kleinen Bauernhöfen vorbei – die Ausblick werden von Meter zu Meter atemberaubender.

Den direkten Aufstieg zum Berggasthof Biberg – unserem heutigen Ziel – haben wir nicht eingeschlagen, sondern haben eine größere Runde gewählt. So lassen wir die Skitourengeher noch eine bisschen links liegen, müssen nicht auf Rodler achten und lernen statt dessen eine ältere, sehr nette Imkerfamilie bei ihren Tieren kennen. Das Paar freut sich wie wir über die Sonne und schaut nach, wie die Bienen den bisherigen Winter überstanden haben. Wie so vieles auf dieser Wanderung: unerwartet und einfach schön.

Der Kaiserschmarrn auf dem Berggasthof Biberg ist einfach der Wahnsinn

Danach geht es fast nur noch bergan durch – vor allem für uns Flachländer – sehr viel Schnee. Das Gehen fällt schwer. Wir sinken ein im weichen Weiß. Nach wenigen Minuten endet dieser kräftezehrende Abschnitt. Ab jetzt heißt es aufpassen. Wir betreten die Winderrodelbahn. Und die wird doch recht intensiv genutzt. Das Jauchzen der Rodler kündigt aber jeden einzelnen Schlitten rechtzeitig an und wir können in Deckung gehen. Der Vorteil der Bahn ist der planierte Schnee. Wir kommen schneller voran, obwohl es noch steiler wird je näher wir dem Berggasthof kommen.

Dort angekommen nehmen wir auf der sonnenbeschienen Terrasse Platz. Auch hier ist es nicht hektisch, laut oder überlaufen. Ein paar Tourengeher kommen an. Andere nehmen die Abfahrt unter die Bretter. Man kennt sich. Gefühlt sind wir hier die einzigen Touristen. Was nicht schlimm ist. Denn alle sind überaus freundlich und der Kaiserschmarrn ist zum Niederknien.

Langsam verkriecht sich die Sonne hinter den Gipfeln der Berghauses. Es heißt also aufbrechen. Diesmal gehen wir einen leicht anderen Weg zurück. Zur Sicherheit aber fast ausschließlich auf der Rodelbahn, die Nachmittags scheinbar weniger von Rodlern frequentiert wird. Dafür nutzen sie Skifahrer vermehrt. Und die kommen schneller. Schließlich machen wir das was wir das letzte Mal als Kinder gemacht haben: Einfach übers freie Feld laufen, in den Schnee fallen und ihn einfach genießen.

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