Bergsehnsüchtig

Draußen unterwegs

Südtirol: Unterwegs im Gsieser Tal

Es geht auf die Stumpfalm im Gsieser Tal in Südtirol. Es ist ein Seitental des Pustertals und liegt etwa eine halbe Stunde von Bruneck entfernt. Die Tour ist unsere erste ‘richtige’ Winterwanderung. Und um eines vorwegzunehmen: die Auswahl unserer Kleidung war falsch, denn Ski-Kleidung sollte man nicht zum Wandern anziehen. Das hätten wir dann auch gelernt.

Wir starten in St. Magdalena. Hier endet die Straße ins Gsieser Tal. Es ist ein kleines Dorf mit größeren und kleineren Bauernhöfen. Der Tourismus ist zwar schon angekommen. Dennoch hält sich die Anzahl der Skilifte sich in Grenzen – es gibt nur einen. Langlauf erscheint prägender, denn zahlreiche Aktive frequentieren den Ort. Doch alles in allem ist es ein ruhiges Stückchen Erde. Ganz am Ende von St. Magdalena gibt es einen größeren Parkplatz, der zum Skilift gehört. Er ist unser Startpunkt. Wir gehen an diesem sonnigen Tag Osten. Eine Wanderkarte unweit des Parkplatzes weist uns den weiteren Weg. Sonderlich kompliziert wird es nicht. Denn es gibt nur einen Weg zur Stumpfalm: den gleichnamigen Almweg.

Der Weg ist ein breiter Weg, der zunächst eine Langlaufloipe kreuzt und im Sommer als Forstweg bezeichnet werden wird. Wir passieren die letzten Bauernhöfe und der Weg führt langsam steigend bergan. Die Sonne lugt über den Bergrücken und strahlt die gegenüberliegende Seite an. Zwischen den Nadelbäumen wirft sie einzelne Strahlen in unsere Richtung. Wir bewegen uns dennoch erst einmal im Schatten. Doch das hat einen Vorteil: Es ist kalt und der harte Schnee knirscht unter unseren Stiefeln.

Wir genießen die Einsamkeit des Weges und die Landschaft um uns herum. Springen in den Schnee links und rechts des Weges. Bestaunen die Schneehöhe auf leeren Heuschobern, und kommen unserem Ziel immer näher. Dabei treten wir auch nach etwa der Hälfte des Weges aus dem Schatten hinaus. Die Sonne beginnt uns aufzuwärmen. Zusammen mit der Steigung des Weges kommen wir richtig ins Schwitzen. Als wir dann nach nicht einmal zwei Stunden an der Stumpfalm ankommen, habe ich das Gefühl, im Frühling angekommen zu sein – trotz des Schnees. Anschließend entledige ich meiner äußeren Bekleidungslagen. Ein Fehler, der mich vom Folgetag an niederstreckt. Wie erwähnt: Skikleidung eignet sich nicht zum Wandern

Die Einkehr lohnt

Aber das ist jetzt erst einmal nicht wichtig. Denn vorher steht die Einkehr in der urigen Hütte an. Und in der Wartezeit auf den frischen und vor allem selbstgemachten Kaiserschmarrn genießen wir die Aussicht ins Gsieser Tal. Die Bergwelt beeindruckt. Der Schnee weckt Kindheitserinnerungen. Und die Möglichkeit auch, mit einem Schlitten wieder zurück ins Tal zu fahren, lässt mich mit den Füßen scharren. Hilft aber nichts. Wir laufen dennoch ins Tal. Aber das ist kein Problem. So kann man dieses schöne und ruhige Fleckchen Erde noch ein bisschen länger und intensiver genießen.

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