Bergsehnsüchtig

Draußen unterwegs

Etappe 1: Prien am Chiemsee nach Grassau

Der Salzalpensteig beginnt in der Ortsmitte von Prien am Chiemsee, unweit des Bahnhofs. Hier gleicht der SaS, wie der Salzalpensteig abgekürzt genannt wird, wenig einem Steig. Er verläuft zunächst auf einem gewöhnlichen Bürgersteig. Ist allerdings schon gut ausgeschildert. Umso ärgerlicher war es für uns, dass wir schon nach wenigen hundert Metern einen Abzweig verpasst haben. Die Folge: eine Extraschleife entgegen des richtigen Weges, die uns wieder fast an den Start führt.

Nach den Irritationen zu Beginn erreichen wir schließlich doch den richtigen Weg und verlassen Prien in Richtung Chiemsee. Dabei sparen wir uns den ‘Umweg’ zum Hafen, sondern gehen in Richtung Harras. Die Bebauung wird schnell luftiger. Und der Untergrund ändert sich von Asphalt zu feinem Sand. Nach wenigen Kilometern bewegen wir uns in einem Naherholungsgebiet mit zahlreichen Wegen, die sich wahlweise durch hohe Bäume, offene Wiesen oder Schilf schlängeln. Am Wochenende ist hier bestimmt einiges los. An diesem normalen Wochentag ist es hingegen relativ ruhig.

Dann liegt es vor uns: das ‘Bayerische Meer’, der Chiemsee. Ruderboote und Segelschiffe dümpeln im seichten Wasser. Im Hintergrund bauen sich die Chiemgauer Alpen auf. Ein Fischrestaurant lädt zur Einkehr ein. Eine Idylle wie aus dem Bilderbuch, die durch weiß-blauen Himmel und Sonne komplettiert wird. Die direkte Uferlinie verlassen wir recht bald. Unser nächstes Zwischenziel: Bernau am Chiemsee. Auf dem Weg dahin überholt uns ein schneller Jogger, der extra sein Tempo reduziert, um uns fragen zu können: “Wo wollt’s ihr denn mit den großen Rücksäcken hin?” Seine Anerkennung für unser Ziel Königssee motiviert uns noch zusätzlich. Das wird auch nötig sein, denn als wir die A8 unterqueren, erreicht uns das erste Mal ein Begleiter, der die kommenden Tage immer mal wieder vorbeischauen wird: Regen.

Einsamkeit bis Grassau

An der Bernauer Ache durchqueren wir den kleinen Ort, der nach dem Schauer wie ausgestorben wirkt. Nur ein nasser Hund und sein Frauchen begegnen uns am Ortsausgang. Unser Weg verlässt nun die Ache und verläuft nun durch eine saftige Wiese. Die aufgestellten Bänke nutzen wir für eine kurze Rast in der spontan durchbrechenden Sonne. Danach überqueren wir die B305 und steigen steil bergan nach Bergham.

Rechts des Weges liegen Bauernhöfe. Links sehen im Tal den Chiemsee. Dieses kurze Stück Panomamaweg führt in eine Feld- und Wiesenpassage mit leichtem Auf und Ab. Kurz darauf erreichen wir Rottau. Hier müssen wir wieder unserer Regenjacken anziehen, bevor es schnell wieder aus dem kleinen Ort hinausgeht. Einen letzten größeren, unkomplizierten Anstieg müssen wir jetzt noch meistern. Danach steigen wir auf Forstwegen nach Grassau ab – unser heutiges Tagesziel.

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