Ein Klassiker am Rande des Karwendel: der Hohe Kranzberg oberhalb von Mittenwald. Wir haben diesen leicht zu erreichenden Gipfel schon zu jeder Jahreszeit erklommen, weil er es wert ist. Im Sommer ist er zwar voller als im Winter. Deshalb gilt auch hier: rechtzeitig aufbrechen. Vor allem mit Hund, denn es gibt einiges zu entdecken und es wird stellenweise sehr sonnig.
Start-/Endpunkt:
Parkplatz Wander- und Skigebiet Kranzberg
Anspruch:
Mensch – mittel // Hund: mittel
Tour:
Rundtour | 9,2 km | 4 h inkl. Pausen
Einkehr:
Berggasthof Wildensee | Korbinianhütte
Los geht es auf dem Parkplatz Wander- und Skigebiets Kranzberg, auch als Luttenseegebiet bezeichnet. Denn der Luttensee liegt unweit des Parkplatzes. Im Winter laufen hier ein paar Schlepplifte. Ansonsten stößt man nur auf wenige Zeichen des Wintertourismus, wie man ihn in anderen Alpenorten findet. Zunächst gehen wir an einer wenig befahrenen Straße in Richtung Mittenwald zurück, den dort befindet sich er der eigentliche Einstieg unserer Tour auf den Hohen Kranzberg. Dort es auch gleich bergan auf einem geteerten Weg.
Obwohl wir früh gestartet sind, ist es schon ziemlich heiß, denn die Sonne kann fast ungehindert auf uns hinab scheinen. Vereinzelt stehen am Wegrand ein paar Büsche. Der erste Schatten kommt nach einer langgezogenen Kurve. Zwischen den Bäumen trinken wir zum ersten Mal. Mio leert seinen Napf. Weiter geht’s. Wir durchqueren einen Tunnel. Im Winter werden darüber Skifahrer den Berg hinaufgeschleppt. Im Folgenden wird es zum ersten Mal flacher und schattiger, denn wir erreichen einen Bergwald. Der geteerte Weg geht in einen breiten, einfachen Waldweg über. Unser nächstes Ziel kommt in Laufweite: der Wildensee und der gleichnamige Berggasthof vis-a-vis.
Idylle und Panorama am Wildensee
Zunächst besuchen wir ein kleines Marterl rechts auf einer Anhöhe. Danach heißt es Baden gehen. Auch wenn die Abkühlung im normalerweise nur etwa zwei Meter flachen Wildensee im Vergleich zu anderen Bergseen nicht extrem, aber dennoch erfrischend ist. Wir setzen uns auf den schmalen Steg, der in den See hinragt, und die genießen die Aussicht auf das Karwendel. Mio tropft derweil aus. Wir genießen die Ruhe. Einzig ein paar Enten geben Laut und Bäume rascheln im Wind. Echt Idylle.
Doch die schönste Pause ist einmal vorbei. Schließlich will heute noch ein Gipfel erklommen werden. Wir folgen also unserem ursprünglichen Weg. Nach ein paar Minuten mündet dieser auf eine Straße, die allerdings wenig befahren ist, denn sie darf nur, bis auf wenige Ausnahmen, von Bundeswehr-Fahrzeugen genutzt werden. Das erklärt auch die Schießgeräusche, die immer wieder im Tal hörbar sind, und die zahlreichen Hinweis-Verbotsschilder, die auf einen ‚MIlitärischen Sicherheitsbereich‘ verweisen. Mittenwald ist eben Bundeswehrstandort.
Kurz darauf biegt unser Weg links in einen dichten Wald ab. Der Weg ist nun ein schmaler Pfad, der stetig bergan geht. Wir schnaufen, aber die Bäume und Sträucher um uns herum geben viel Schatten. Die Temperatur ist merklich kühler wie auf den Kilometern zuvor. Wenig später öffnet sich ein Panorama-Aussichtspunkt der Extraklasse. Wir nutzen die Bank für eine kurze Pause. Vor allem Mio braucht mal wieder Wasser.
Steil auf den Hohen Kranzberg
Danach schließt sich die Aussicht wieder und der Pfad steigt weiter an. Er mündet in ein entspanntes, kurviges Auf und Ab zwischen hohen Bäumen. Und so kommen wir unserem Ziel immer näher: dem Hohen Kranzberg. Uns begegnen trotz des exponierten Ziels auf dieser Route bisher relativ wenig Wanderer. Überraschend, aber schön für uns.
Die Bäume weichen zurück und wir sehen nicht nur die Karwendelspitze vis-a-vis, sondern zu unserer Rechten den Gipfel. Um diesen zu erreichen, müssen wir allerdings noch ein paar Höhenmeter erklimmen. Nach zwei, drei steilen Serpentinen, einer Menge Panorama erreichen wir den Gipfel auf 1.391 Metern, der mit einigen Ruhe(liege)bänken, ’normalen‘ Bänke und einer Holzhütte zahlreiche Möglichkeiten zum Pausieren bietet. Und genau das machen wir jetzt.
Wir könnten vom Gipfel in Richtung Lerchensee und Ferchensee absteigen, um durch das Laintal nach Mittenwald zurückzugehen. Diesmal nicht. Das machen wir vielleicht ein anderes Mal, wenn auch unser Auto woanders steht. Stattdessen geht es für uns zunächst sehr steil bergab in Richtung St. Anton. Hier kommen uns mehr Wanderer entgegen. Sie alle kämpfen mit der Topographie. Wir auch. Die Oberschenkel fangen an zu brennen und die Knie schmerzen. Diese Passage macht definitiv nicht so viel Spaß.
Das ändert sich als wir St. Anton erreichen. Wir wandern nun parallel zu einem Barfusspfad, stellenweise durch Wald und immer auf weichem Untergrund. Das Gelände wird jetzt flacher. Ein paar Buckelwiesen tauchen auf und laufen in Richtung Korbinianhütte, die wir allerdings rechts liegen lassen. Es ist nun nicht mehr weit bis zu unserem Startpunkt. Auf dem Weg dahin genießen wir noch einmal das atemberaubende Panorama und Mio die Quellen am Wegesrand. Die Sonne brennt ziemlich – es wird also Zeit, anzukommen































