Zugegeben, für Puristen ist dieser Alpencross keine ‚richtige‘ Alpenüberquerung. Darüber lässt sich vortrefflich streiten. Daran möchte ich mich nicht beteiligen. Denn unabhängig davon, ob die obligatorische Hüttenübernachtung zu einer Alpenüberquerung gehört oder nicht: Diese Alpenüberquerung lässt für Weitwandereinsteiger keine Wünsche offen. Nicht zu vergessen, die auch hier vorhandenen grandiosen Landschaften.
Wir haben uns für eine ungeführte Alpenüberquerung entschieden. Was aber auch überhaupt nicht nötig ist. Die Wege sind durchweg problemlos begehbar und sehr gut ausgeschildert. Da braucht es keine Bergführerausbildung für, nur Kondition und Lesekompetenz. Da wir den Cross über einen Anbieter (Feuer & Eis – die Nennung erfolgt freiwillig und ohne Verpflichtungen meinerseits, sondern aus Zufriedenheit) gebucht haben, liegen uns auch die Wegbeschreibung bis ins kleinste Detail sowie die entsprechenden GPS-Tracks vor. Es kann also eigentlich nichts schiefgehen. Außer vielleicht, dass die gebuchten Hotels nicht unseren Erwartungen entsprechen könnten (was sie 1,5 mal nicht gemacht haben). Denn ein eigenes Bad und Zimmer gehören für uns auch zu so einer Alpenüberquerung. Da sind wir überhaupt nicht puristisch. Ok, man kann keine Sonnenuntergänge direkt in den Bergen genießen – das verliert man bei unserer Reise-/Wanderform. Doch man gewinnt erholsamen Schlaf – schließlich ist es noch Urlaub ;-).
PS: Auf die Möglichkeit des Gepäcktransports haben wir verzichtet und die großen Rucksäcke die ganze Woche selbst getragen oder wie es der Wirt der 1. Unterkunft sagte: „Die Jugend trägt selbst.“
Die einzelnen Etappen im Überblick
Eine saftige Wiese: Das ist der Startpunkt unserer Alpenüberquerung vom Tegernsee nach Sterzing. Sie dient als Parkplatz für unser Auto. Dort steht es nicht alleine. Denn auch zahlreiche andere Überquerer nutzen den offiziellen Platz unweit der Oedberglifte im Gmunder Ostteil Ostin*. Wir sind heute Morgen aus München angereist, haben vor Ort ein Parkticket gekauft und…
Der zweite Tag startet für uns mit einer kurzen Busfahrt. Sie bringt uns in die Blauberge. Dafür stellen wir uns in Bad Wiessee an eine im Vorfeld definierte Haltestelle. Die Wartezeit nutzen wir dafür, ein paar Mitwanderer kennen zulernen. Und werden dabei gleich in die Wirklichkeit der Alpenüberquerung katapultiert. Wir waren bis dahin der Auffassung,…
Die heutige Etappe beginnt wieder mit einer kurzen Busfahrt. Wenn auch freiwillig. Denn der Hatscher auf Asphalt durch Achenkirch ist nicht so aufregend. So sparen wir uns etwa fünf Kilometer und starten Tag 3 in Sichtweite des Achensees. Der Tag wird geprägt sein von gemächlichen Anstiegen, einem interessanten Steig und tollen Ausblicken auf Achensee, Karwendel…
Bevor es heute so richtig losgehen kann, steht einmal mehr die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel an. Ok, so ist diese Alpenüberquerung defintiv nicht ‚by fair means‘, aber man erreicht schneller die wirklich schönen Orte. Wir fahren zunächst von Maurach nach Fügen im Zillertal. Da wir dort die Ausrüstung eines Wandergruppenmitglieds – mittlerweile sind wir nicht mehr…
So stellt man sich eine Weitwanderung vor: Rucksack aufsetzen, vor die Unterkunft treten und sofort loswandern. Die heutige Etappe bietet genau das. Zunächst laufen wir durch den ‚Ort‘ Hochfügen in Richtung Sidanjoch. Vorbei an Seilbahnen, die nur im Winter betrieben werden sowie geschlossenen Hotels und Pensionen. An den Berghängen ist jedoch in einigen Bauernhöfen bereits…
Integraler Bestandteil dieser Alpenüberquerung – und manchmal auch ein Vorwurf – ist die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln. So auch heute. Am Anfang steht deshalb heute eine etwa einstündige Fahrt von Mayrhofen zum Schlegeisspeicher. Der Stausee beziehungsweise seine Staumauer hat schon in einem James Bond Berühmtheit erlangt. Neben der ursprünglichen Nutzung wird die Mauer auch beklettert…
Sterzing ist das Ziel des heutigen Tages und gleichzeitig ist es auch das Ziel unserer Alpenüberquerung. Dafür müssen wir von St. Anton in die nördlichste Stadt Südtirols wandern. Das Wetter ist uns nicht hold. Es regnet. Und das schon als wir früh die Augen aufmachen. Wir lassen uns deshalb Zeit beim Frühstück, packen in Ruhe…